
Vom Wert gefundener Dinge.
Die Arbeiten von Ruth Ohlig-Kiesel gehen aus dem Suchen hervor. Dabei interessiert sie sich vor allem für organische Naturmaterialien – Pflanzenteile, Fundstücke und Fragmente, die meist unbeachtet bleiben. Im Atelier werden diese Materialien gesichtet, vereinzelt und in neue Zusammenhänge überführt.
Dabei entstehen Assemblagen und Objekte, aber auch Motivelemente, die für fotografische und experimentelle Verfahren dienen. Die Materialien werden zerlegt, kombiniert und in Beziehung gesetzt. Zugleich richtet sich der Blick auf ihre spezifischen ästhetischen Qualitäten – auf Form, Oberfläche, Farbe und Struktur. Durch Auswahl, Isolation und Wiederholung werden diese Eigenschaften hervorgehoben und in neue Zusammenhänge überführt.
Charakteristisch ist die Gegenüberstellung von gewachsener Form und gesetzter Ordnung. Die organischen, oft unregelmäßigen Materialien werden in Reihungen, Raster oder Kreisformen überführt. In dieser Übertragung entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich natürliche Vielfalt und formale Struktur wechselseitig sichtbar machen.