Zeit spielt in vielen Arbeiten eine zentrale Rolle und wird durch serielle Anordnungen erfahrbar gemacht. In Tagebüchern und Zyklen verbindet Ruth Ohlig-Kiesel einzelne Fundstücke mit bestimmten Momenten, Tagen oder Zuständen. Aus diesen individuellen Setzungen entwickeln sich übergeordnete zeitliche Strukturen.
Gerade in diesen Arbeiten tritt die persönliche Dimension besonders deutlich hervor. Die einzelnen Elemente stehen nicht nur für sich, sondern verweisen auf Erfahrungen, Erinnerungen und Prozesse des Vergehens und Werdens. In der Wiederholung und Variation entsteht ein Rhythmus, in dem sich Zeit als kontinuierlicher, zugleich veränderlicher Zusammenhang zeigt.

